Verkehr Archives - GoAustralia https://goaustraliatours.com/tag/verkehr/ Für potenzielle Australienauswanderer (oder -einwanderer - je nach Perspektive) Mon, 27 Mar 2023 06:19:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://i0.wp.com/goaustraliatours.com/wp-content/uploads/2018/01/cropped-GoAustralia-1.png?fit=32%2C32&ssl=1 Verkehr Archives - GoAustralia https://goaustraliatours.com/tag/verkehr/ 32 32 140197780 Und plötzlich war da ein Kreisverkehr … https://goaustraliatours.com/kreisverkehr/ https://goaustraliatours.com/kreisverkehr/#respond Sun, 19 Mar 2023 03:14:49 +0000 https://goaustraliatours.com/?p=4166 Kreisverkehr in Australien, nicht für jeden leicht. Erfahren Sie mehr über die richtige Spurwahl, Blinkverhalten und umgefahrene Schilder.

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Wenn man zu uns möchte und auf der Verbindungsstraße von der Autobahn kommt, muss man vorher um 6 Kreisverkehre herumfahren. Kreisverkehre sind wie das Karussell auf dem Spielplatz, nur für Autos! Anstatt sich im Kreis zu drehen, dreht man sich auf einer kreisförmigen Straße um eine Insel in der Mitte des Kreisverkehrs. Es ist wie eine Runde im Kreisverkehr-Roulette, bei dem man darauf wettet, dass man sicher durch den Kreisverkehr kommt, ohne von einem anderen Auto getroffen zu werden.

Wie in vielen Ländern der Welt, werden Kreisverkehre bei den Verkehrsplanern auch in Australien immer beliebter, da sie gegenüber herkömmlichen Kreuzungen einige Vorteile haben (sollen):

Kreisverkehre: Runde Sache für den Verkehrsfluss

  1. Verkehrsfluss: Kreisverkehre sind wie ein gut geöltes Uhrwerk, sie halten den Verkehr fließend und reduzieren Staus.
  2. Sicherheit: Kreisverkehre reduzieren generell das Risiko von Unfällen, da sie alle Verkehrsteilnehmer dazu zwingen, langsamer und vorsichtiger zu fahren.
  3. Energieeffizienz: Kreisverkehre sind die Umweltschützer der Straße. Sie reduzieren den Treibstoffverbrauch und halten die Luft sauber, indem sie das ständige Stop-and-Go reduzieren.
  4. Geringere Betriebskosten: Kreisverkehre sind nicht nur gut für den Verkehr, sondern auch für den Geldbeutel. Sie benötigen weniger Wartung und Betriebskosten als herkömmliche Kreuzungen. Und welcher Verkehrsplaner möchte nicht gerne ein paar Dollar sparen?

Warum manchmal die Runde auch die falsche Wahl ist

Obwohl Kreisverkehre oft als die bessere Wahl im Vergleich zu herkömmlichen Kreuzungen angesehen werden, gibt es auch einige potenzielle Nachteile:

  1. Platzbedarf: Kreisverkehre benötigen mehr Fläche und können in engen städtischen Gebieten problematisch sein.
  2. Komplexität: Kreisverkehre sind wie eine Prüfung in Fahrschule, die man bestehen muss. Einige Verkehrsteilnehmer haben Schwierigkeiten, sie zu navigieren, besonders ältere Fahrer oder diejenigen, die es nicht gewohnt sind, sie zu benutzen.
  3. Kosten: Der Bau eines Kreisverkehrs ist teurer als der Bau einer herkömmlichen Kreuzung. Das ist vielleicht der Grund, warum einige Länder immer noch an ihren alten Kreuzungen festhalten, die aussehen, als wären sie aus dem Mittelalter.
  4. Verwirrung: Kreisverkehre können ausländische Fahrer oder Touristen verwirren (aber auch Einheimische), die nicht mit den unterschiedlichen Regeln für die Verwendung von Kreisverkehren vertraut sind.

Kreisverkehre verringern die Geschwindigkeit – manchmal abrupt

Okay, die Theorie klingt ja ganz gut: Kreisverkehre sollen das Risiko von Unfällen reduzieren. Aber ich frage mich, ob das jemand den Hoons in Australien erklären kann. Denn in den Nächten auf Samstag und Sonntag wird es wild und verrückt auf den Straßen, und diese verhinderten Rennfahrer haben nur ein Ziel: ihre modifizierten Autos aufzumotzen und durch die Gegend zu rasen. Und das geht auf breiten Straßen auch super, solange diese verdammten Kreisverkehre nicht wären…

Nach jedem Wochenende sind mindestens ein paar Verkehrsschilder in den sechs Kreisverkehren auf unserer Einfallstraße von der Autobahn platt wie eine Flunder. Die Stadtverwaltung stellt sie dann in der folgenden Woche wieder auf, aber am nächsten Wochenende geht der Wahnsinn von vorne los. Wahrscheinlich geben die Hoons dann später sogar damit an, wenn plötzlich aus dem Dunkeln ein Kreisverkehr auftaucht und ihre bespoilerten und röhrenden Fahrzeuge auf einmal abrupt passiv abgebremst werden.

Kreisverkehre: Verwirrung um Vorfahrt und Spurwahl

Nicht nur in den Hoon-Nächten gibt es Probleme rund um Kreisverkehre. Viele Leute scheinen beim Fahren in Kreisverkehren nicht so genau zu wissen, wer Vorfahrt hat oder welche Spur man nehmen sollte – und oft vergessen sie zu blinken. Diese Verwirrung nimmt mit der Größe und Komplexität des Kreisverkehrs zu, insbesondere wenn mehr als eine Fahrspur in dieselbe Richtung führt.

Dabei sind die Regeln, die man in einem Kreisverkehr in Australien befolgen muss, eigentlich ganz einfach:

Regeln im Kreisverkehr

Die wohl wichtigste Regel ist, dass Sie den Fahrzeugen, die sich bereits im Kreisverkehr befinden, immer Vorfahrt gewähren müssen. Außerdem sollten Sie nur einfahren, wenn eine ausreichende und sichere Lücke im Verkehr vorhanden ist, und natürlich immer im Uhrzeigersinn um die Insel fahren

Wenn die Fahrspuren, die auf den Kreisverkehr zuführen, mit Pfeilen markiert sind, muss man deren Richtung folgen.

Wenn man vorhat, links abzubiegen:

  • Nähern Sie sich dem Kreisverkehr auf der linken Spur oder in der linken Fahrspur.
  • Blinken Sie links, wenn Sie sich dem Kreisverkehr nähern.
  • Blinken Sie weiter nach links, wenn Sie den Kreisverkehr verlassen.
  • Schalten Sie den Blinker aus, nachdem Sie den Kreisverkehr verlassen haben.

Wenn man in einem Kreisverkehr geradeaus fahren will:

  • Fahren Sie ohne zu blinken heran.
  • Blinken Sie jedoch bei der Ausfahrt nach links, wenn dies angebracht ist.
  • Schalten Sie den Blinker aus, wenn Sie aus dem Kreisverkehr herausgefahren sind.

Zum Rechtsabbiegen:

  • Nähern Sie sich dem Kreisverkehr auf der rechten Spur oder in der rechten Fahrspur.
  • Blinken Sie nach rechts, wenn Sie sich dem Kreisverkehr nähern.
  • Blinken Sie weiter nach rechts, bis Sie bereit sind, den Kreisverkehr zu verlassen.
  • Blinken Sie vor dem Verlassen des Kreisverkehrs nach links.
  • Schalten Sie den Blinker aus, nachdem Sie den Kreisverkehr verlassen haben.

Allerdings sehen wir täglich, dass Leute auf der linken Spur in den Kreisverkehr einfahren und dann nach rechts abbiegen. Oder sie blinken nach rechts, biegen aber links ab oder fahren geradeaus. Und sehr oft wird bei der Einfahrt in den Kreisverkehr überhaupt nicht auf die Fahrzeuge im Kreisverkehr geachtet, die Vorfahrt haben. Grundsätzlich muss man immer in Kreisverkehren vorsichtig und defensiv fahren.

Falls Sie sich jemals fragen, warum es “Kreis”-verkehr heißt, und nicht “Viereck”-verkehr oder “Hexagon”-verkehr – jetzt wissen Sie es: Es geht darum, im Uhrzeigersinn um die Insel zu fahren und nicht etwa wild herumzugeometrisieren.

Und wenn Sie sich wirklich unsicher sind, welche Richtung Sie im Kreisverkehr einschlagen sollen, nehmen Sie einfach die Ausfahrt zurück nach Hause und versuchen es morgen nochmal.

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Fahrradfahren in Australien https://goaustraliatours.com/fahrradfahren-in-australien/ https://goaustraliatours.com/fahrradfahren-in-australien/#respond Sat, 03 Nov 2018 00:00:58 +0000 https://goaustraliatours.com/?p=1091 Australien ist ein Autofahrerland. Fahrradfahren ist nicht immer leicht auch wenn sich die Kommunen viel Mühe geben. Ein Erfahrungsbericht.

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Australien ist ein klassisches Autofahrerland und nicht unbedingt das Traumland zum Fahrradfahren. Aufgrund der Entfernungen ist das Auto (oder der LKW) ungeschlagen die Nr. 1 der genutzten Verkehrsmittel. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind – insbesondere außerhalb der großen Metropolen – weit davon entfernt, die Dichte und Frequenz vieler anderer Industrieländer zu erreichen. Aufgrund der flächenmäßig stark ausgedehnten Städte ist sicher auch nicht immer lohnenswert, entsprechende Netzangebote vorzuhalten.

Öffentliche Verkehrsmittel sind oft keine Alternative

Wenn ich z.B. von unserer Wohnung morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Southport fahren möchte, so brauche ich für die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln ca. 1 Stunde und 5 Minuten (gem. Journey Planner von Translink). Mit dem eigenen Auto brächte ich etwas mehr als ein Drittel der Zeit. Möchte ich die gleiche Strecke um 19:00 Uhr zurücklegen, so gibt Translink hier schon eine Reisezeit von 1 Stunde und 42 Minuten an. Mit dem PKW würde das abends nur 20 Minuten dauern.

Eine gesunde und sportliche Alternative zum Auto wäre sicherlich das Fahrrad. Meine Frau und ich sind gut mit Fahrrädern ausgestattet und es auch von München her gewohnt, täglich weite Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Doch die Voraussetzungen hier in Australien sind etwas anders.

Ein Grund, nicht das Fahrrad zu nutzen, sind im Sommer die hohen Temperaturen verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit. Das führt dazu, dass man mit nahezu gleicher Wahrscheinlichkeit wie die Höhe der jeweils aktuellen relativen Luftfeuchtigkeit nach der Radtour eine gute Dusche benötigt (100% Luftfeuchtigkeit = 100% Duschnotwendigkeit). Und wenn dann am Zielort (Arbeitsstelle, Restaurant, Einladung bei Freunden …) keine Dusche vorhanden ist, hat man ein Problem. Obwohl eine Einladung bei Freunden im Sommer in der Regel mit einem Aufenthalt im Freien (z.B. zum Grillen) verbunden ist, was hier in dieser Situation von Vorteil wäre …

 Einer von fünf australischen Fahrern gibt laut Umfrage zu, auf Radfahrer generell wütend zu reagieren

Ein anderer evtl. noch gewichtigerer Grund ist, dass sich Radfahrer noch nicht in den Köpfen der Autofahrer als gleichberechtigte Partner im Straßenverkehr etabliert haben. Nicht gerade wenige sehen in Radfahrer eher ein Verkehrshindernis und machen sich ein Spaß daraus, dies auch mit ihrer Fahrweise zum Ausdruck zu bringen. Ein Artikel in “The Guardian” vom 2. November 2018 verweist auf eine aktuelle Studie, wonach 20% der australischen Autofahrer Wut im Straßenverkehr gegenüber Radfahrern zugeben. Die von Ford Australia veröffentlichte Umfrage ergab, dass die Wut unter den 18- bis 34-Jährigen am höchsten war. 23% der Befragten gaben zu, dass sie beim Passieren eines Radfahrers fluchten, hupten oder entsprechende Handgesten machen. Meiner Frau und mir ist das nicht nur einmal passiert.

Auch haben wir es schon erlebt, dass Autofahrer – nach unserer Wahrnehmung – bewußt Nahe an uns herangefahren sind, um uns zu erschrecken. In einem Video, was ebenfalls im Artikel des Guardian gezeigt wird, kommt dies besonders dramatisch zum Ausdruck. Es zeigt einen Radfahrer, der auf einem Radweg in Melbourne unterwegs ist, als ein dunkles Auto nach links schwenkt und ihn dabei absichtlich anfährt. Der Fahrer steigt dann aus, greift nach dem Fahrrad, wirft es in die nahe gelegenen Büsche und beschimpft den Radfahrer.

Auch solche Verhaltensweisen sind mit der Grund, warum man erst langsam in Australien die Radfahrer häufiger im täglichen Straßenverkehr sehen kann. Dies wiederum mehr in den großen Metropolen (Sydney, Melbourne, Adelaide, Brisbane) als in den kleineren Städten. Auch hier an der Gold Coast stechen trotz einer Bevölkerung von ca. 650.000 Menschen die wenigen Radfahrer immer wieder heraus.

 Die Regierungen und Kommunen verbessern die Fahrradinfrastruktur

Nichtsdestotrotz bemühen sich sowohl die Landesregierungen als auch die jeweiligen Kommunen, den Radverkehr zu fördern. Es werden immer mehr Radwege angelegt, auf den Straßen jede Menge Markierungen angebracht, die darauf hinweisen, dass auch Radfahrer diese Straße benutzen (gelbes Fahrrad auf Straße) und die Gesetze angepasst (z.B. muss man zwischen 1 und 1,5 Meter Seitenabstand halten, wenn man ein Fahrrad überholt). Weiterhin gibt es online schon ein recht gutes Angebot für Radfahrer (Beispiel Gold Coast). Trotzdem ist es immer wieder ein kleines Abenteuer, wenn man längere Strecken mit dem Fahrrad fahren will.

Oft enden z.B. die Radwege einfach im Nichts und man muss auf eine viel befahrene Straße ausweichen. Die Radwege sind in der Regel nicht durchgängig und zusammenhängend, also ein ziemliches Stückwerk. Auch machen die Markierungen für die Radfahrer häufig nicht viel Sinn. Weiterhin muss man recht eiserne Nerven haben, wenn die Autos auf ca. 1 Meter hinter einem dicht auffahren und wenn das dann noch einer der riesigen LKWs ist…

Aber trotzdem, auch hier ist es eine ernstzunehmende Alternative zum Auto, insbesondere in den “Winter”monaten, bei herrlichem Radfahrerwetter. Und je mehr Leute Fahrrad fahren, desto mehr wird auch für den Radverkehr gemacht.

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